Promotion Martina Heiermann
Am 8. April 2026 fand um 12:30 Uhr im Großen Bergmännischen Hörsaal der Technischen Universität Clausthal die erfolgreiche Disputation von Martina Michaela Heiermann statt.
Zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus Studium, Beruf und Forschung nutzten die Gelegenheit, den spannenden Vortrag zu verfolgen und Martina Heiermann auf ihrem letzten Schritt zur Promotion zu begleiten.
Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Thomas Ulrich, der jüngst in das Präsidium der TU Clausthal gewählt wurde, stellte Martina Heiermann die Ergebnisse ihrer Dissertation „Transdisziplinäre Forschung zur Endlagersicherheit – Indikatoren, Ungewissheiten und Digitalisierung des Safety Case“ vor. Erstgutachter war Prof. Dr. Klaus-Jürgen Röhlig, als weitere Gutachterin begleitete Prof. Dr. Ani Melkonyan-Gottschalk das Verfahren.
Im Mittelpunkt der Dissertation stand die Frage, wie die Sicherheit eines zukünftigen Endlagers für hochradioaktive Abfälle wissenschaftlich fundiert und zugleich verständlich an die Öffentlichkeit vermittelt werden kann. Frau Heiermann untersuchte, welche Sicherheitsindikatoren sich für den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern eignen, wie Unsicherheiten anschaulich visualisiert werden können und welche Potenziale digitale Lösungen für den Sicherheitsbericht bieten. Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist dabei der transdisziplinäre Ansatz, bei dem wissenschaftliche Erkenntnisse gemeinsam mit Praxisakteuren und interessierten Laien entwickelt werden, um unterschiedliche Perspektiven und Wissensbestände systematisch in den Forschungsprozess einzubeziehen. Ihre Arbeit zeigt eindrucksvoll, dass transdisziplinäre Forschung auch bei hochkomplexen technisch-naturwissenschaftlichen Fragestellungen einen wichtigen Beitrag zu Transparenz, Vertrauen und gesellschaftlicher Akzeptanz leisten kann.
Die Dissertation entstand im Rahmen des Forschungsverbunds TRANSENS. Das Verbundvorhaben wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) sowie im Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) gefördert. Insgesamt arbeiteten 16 Institute und Fachgebiete aus Deutschland und der Schweiz gemeinsam an neuen Wegen für eine transdisziplinäre Endlagerforschung. Das Institut für Endlagerforschung, heute Teil des Institute of Geotechnology and Mineral Resources (IGMR), koordinierte den Forschungsverbund federführend und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz und gesellschaftlichem Dialog.
Nach dem überzeugenden Vortrag und der erfolgreichen Prüfung durfte Frau Heiermann schließlich ihren Doktorhut entgegennehmen. Wir gratulieren Martina Heiermann herzlich zu dieser herausragenden Leistung. Sich nach vielen Jahren in der beruflichen Praxis noch einmal einer so großen wissenschaftlichen Herausforderung zu stellen und diese mit Bravour zu meistern, verdient höchsten Respekt. Herzlichen Glückwunsch, liebe Frau Heiermann!